Stellungnahmeverfahren

Die Ergebnisse der Leistungserbringer werden in den Fachkommissionen diskutiert. Dabei werden numerische Abweichungen von den festgelegten Referenzbereichen festgestellt.

Da aber eine numerische Abweichung keine allgemein gültige Schlussfolgerung zur Qualität der durchgeführten Behandlung zulässt, wird dem Leistungserbringer zunächst Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben („Stellungnahmeverfahren“). Die Fachkommission empfiehlt Art und Weise der Durchführung des Stellungnahmeverfahrens. Hierzu gehören neben der Einholung von schriftlichen Stellungnahmen insbesondere die Durchführung von Gesprächen und, mit Einverständnis der Leistungserbringerin und des Leistungserbringers, auch Begehungen.

Ein Stellungnahmeverfahren kann darüber hinaus auch dann durchgeführt werden, wenn eine Leistungserbringerin oder ein Leistungserbringer auffällig gute Ergebnisse hat oder in Vorjahren wiederholt auffällig war. 

Die Leistungserbringer werden zunächst aufgefordert, in einer schriftlichen Stellungnahme, ggf. unter Zuhilfenahme der einzelnen Fälle, darzulegen, wie es zu einer Abweichung vom Referenzbereich kam.

Diese Analyse und Bewertung der Stellungnahme zu den numerischen Auffälligkeiten erfolgt durch die neutralen Fachexperten in den Fachkommissionen. Hier wird geklärt, ob die abweichenden Ergebnisse durch nicht eingehaltene Qualitätsanforderungen (z.B. Leitlinien) entstanden sind, oder ob andere Gründe vorlagen. Es ist z.B. möglich, dass ein Leistungserbringer die Behandlungen zwar korrekt durchgeführt, aber die Daten der Qualitätssicherung falsch dokumentiert hat.

Mithilfe des Stellungnahmeverfahrens ist es möglich, medizinische Qualitätsmängel von nicht medizinischen (z.B. Dokumentation, Software, Datenübertragung usw.) zu unterscheiden.

Wenn im Stellungnahmeverfahren festgestellt wird, dass die Qualität der Behandlung Mängel aufweist, werden weiterführende Maßnahmen getroffen.

Durch dieses Verfahren soll ein offener Umgang in den Fachabteilungen mit Qualitätsdefiziten erreicht werden. Auch soll der Austausch der Leistungserbringer im Sinne eines Lernens von den Besten (Benchmark) angeregt werden.

Somit ist das Stellungnahmeverfahren ein Kernstück der externen Qualitätssicherung.